Archiv für Mai 2010
Jetzt gibt’s Fotos
Grins, ich hatte nicht mit soviel Feedback gerechnet, als ich das kleine Thema Partnerschaftsverhaeltnisse bei Nacht erwaehnt habe. Stefan garantiert auch nicht
Aber ich danke natuerlich fuer das viele Feedback und das Entertainment dazu.
2 schoene Dinge sind uns diese Woche passiert. Die erste, als wir mit unserem Van auf dem Weg nach Hause waren. Ich sage noch zu Janine: “hoerst du das auch?” Und dann hupen uns nur noch Autos an, bis wir beide checken, dass unsere Hintertuer nicht mehr schliesst, und bei Tempo 50 hoch oben offen steht. Und jetzt bitte mal ein Hinweis: Versuche nicht, einen kaputten Schliessmechanismus bei Strassenverkehr zu reparieren. Pack besser deine Freundin hinten aufs Bett, lass sie die Tuer von innen zuhalten und hoffen, das andere Autofahrer auf ihre Kosten kommen.
Naja, so ganz lustig war das natuerlich nicht wie hier beschrieben, aber irgendwann konnten wir in einem Shop dann endlich Panzertape kaufen und das ganze fixen. Das das Zeug spuren hinterlaesst, war natuerlich auch nicht ganz amuesant. 2 h spaeter, viel Kraft und eine Menge Dreck spaeter hatte ich das ganze repariert und 200 Dollar gespart.
Der andere war der Klassiker. Wir sind am wichtigsten Tag der Woche, einem Sonntag, unterwegs zum groessten Automarkt in Auckland, um unseren Van zu verkaufen, nachdem wir die ganze Woche auf verschiedenen Maerkten erfolglos waren. Wir sind also auf der Autobahn Stadteinwaerts, als uns bei 100 km/h eine Moewe in den Seitenspiegel fliegt und das ganze Dinge zerfetzt, einschliesslich sich selbst. Janine war noch in derselbe Sekunde wie zu Eis erstarrt, 2 Sekunden spaeter nur noch: WAS WAR DAS? Ich dann: Das war eine Moewe, die leider zu langsam war und wir haben Glueck, dass es nicht die Frontscheibe war.
Naja, ihr koennt euch ja vorstellen, was wir dann in Bewegung gesetzt haben, Besserung zu erlangen. Aber Sonntags hat auch in Auckland niemand fuer uns offen, und unsere Versicherung anscheinend viel Zeit ans Telefon zu gehen. Und so sind wir dann mit unserem Van trotz alledem auf den Markt. Wir haben den Preis von 3000 auf 2500 Dollar gedropt UND haben gewonnen. Naja, von gewinnen kann man bei dem Preis nichtmehr sprechen, aber hey. Wir hatten Glueck, das unser Mexikanisches Kaufpaar uns nach Hause gefahren hat und Cash bezahlt hat. Also alles in Butter? Eher in Schleim. (Wir hatten die Spuren auf der Frontscheibe nicht weggewischt, musste ja authentisch sein
) Wie ich den Humor in Neuseeland liebe.
Jetzt sind wir auf einer Farm in Matamata, mit 200 Kuehen, 2 wundervollen Kids und einem Wasserfall. Ich im Paradies, Janine auf dem Weg dahin.
Fotos beinhalten auch Dales Pflegeheim fuer Erwachsene im Berhindertenstatus, was uns sehr fasziniert hat.
Wir wuenschen euch wieder alles Liebe und denkt daran, nur noch 4 Tage bis Fiji.
Eure Janine & Tobi
Out there you’re nobody…perfect.
Nachdem ich unter Zeitdruck stand, den Blog nach einem Monat endlich wieder zu erneuern, ist es jetzt wieder Zeit für Neuigkeiten.
Ich versuche mich mal an den Fotos zu orientieren. Wir waren kurz vor Abreise Antony, Stef, Abbey und Pippi besuchen. Alle trafen wir bei Regen in ihrem Garten an. Alle bei den neuen Hausschweinen angesiedelt, war das ein traumhaftes Bild wert. Wir hatten einen wunderschönen Nachmittag, aber da es unser einziger freier Tag war, auch Zeitdruck zum Sachen packen. Wir luden die beiden ein, uns in Deutschland jederzeit zu besuchen, wenn wir nicht da sein sollten, freuen sich unsere Eltern bestimmt auch. (Wehe, jetzt kneift einer!
)
Dann waren wir Kerle wieder angeln in Papa Aroha. Hatte ich schon erwähnt, das angeln so grenzenlos toll sein kann? Es war wieder ein voller Erfolg, leider hatte ich diesmal nicht den größten Fisch gelandet, dafür aber den schönsten Kampf und so sind wir wieder mit vielen guten Fischen nach Hause gefahren und konnten Familie, Kind und Kegel mit guten Proteinen versorgen.
Zur Arbeit gibt es an sich gar nicht viel zu schreiben, Fließbandarbeit hat „verflixt und zugenäht“ aber auch gar nicht viel mit Abwechslung zu tun. Als wir unseren letzten Tag am Sonntag hatten, waren wir überrascht von so vielen guten Worten und einem so herzlichen und warmen Abschied. Janine wurde von unserem Supervisor Sharon zum „most efficient, ecological and quickest seasonal Worker” (von 60 Packern) erklärt. Sie war auch sehr traurig, da sie nicht wusste, dass wir abreisen.
Ich habe mal kurz nachgedacht und durchgerechnet.
Bei 12 Paletten mit je 232 Boxen a 33 Kiwis oder 12 Paletten mit 100 Boxen a 128 Kiwis pro Tag
kommen wir auf durchschnittliche 2000 Boxen mit 153.600 Kiwis die Tobi am Tag auf Paletten per Hand bewegt. Das sind dann pro Monat 48.000 Boxen mit 2.945.000 Kiwis. Wir haben 1 ½ Monate gearbeitet, also haben wir eine stattliche Summe an Kiwis bewegt.
Die Tage bei Tony und Rob haben wir nochmal in vollen Zügen genossen. Zum Thema sehr passend: Erst nach den 6 Wochen Arbeit haben wir die „Stille“ zu schätzen gewusst, wovon Tony immer bei seinem Platz geschwärmt hat. Zurück in Auckland, merkt man doch wie sehr die Großstadthektik uns gleich einfängt und bei Landidylle hingegen die Zeit stillzustehen scheint. Wir fotografierten nochmal alles typische, die Katzen auf ihrem Platz um nach Fressen zu miauen, Rob beim Kochen, Tony beim Essen (
), Janine mit Tony im Arm und noch viele weitere. Jetzt wo wir in Auckland, bzw. Pukekohe bei Dale (Schwester von Andrew und Jill aus Christchurch) angekommen sind, vermissen wir die beiden sehr.
Allerdings sollte jetzt keiner denken, uns geht es hier nicht gut, im Gegenteil. Gerade heute waren wir erst mit Dale mit ihrer Erwachsenenschwerbehindertentruppe (Downsyndrom) im Schwimmbad und hatten großen Spaß. Es geht einfach langsam dem Ende entgegen, und ich bin froh das wir viele Dinge vermissen. Das macht eine gute und erlebnisvolle Reise aus, öffnet den Horizont und lässt einen auf die guten Dinge zurückerinnern.
Jetzt sind wir wie gesagt in Auckland und verkaufen unseren, auf Hochglanz polierten Van.
Drückt uns dazu alle Daumen und wünscht uns viel Glück, wir können es gut gebrauchen.
Zum Schluss noch ein weiterer Beweis für die Offenheit und das Vertrauen der Neuseeländer.
Wir konnten die letzten Woche einfach Dale nicht erreichen, um sie zu fragen ob wir bei ihr stehen können. Und so sind wir dann auf dem Highway 20 Minuten von ihr entfernt als sie uns am Montag Nachmittag anruft und sagt: „No Troubles Kids. I leave the Backdoor open. Just make yourself at home and enjoy. I got to work.“
Und so kommen wir dann im Dunkeln in einer Biesdorf Gegend bei ihrem Haus an und fahren einfach auf die Einfahrt, gehen zur Hintertür rein und packen unsere Sachen ein. Sie kommt kurz vor 9 Uhr, ein herzliches Umarmen, zwei, vielleicht drei Worte zu Toilette und Schlafzimmer und woooooosch, ist sie wieder los zur Arbeit zur Nachtschichtbetreuung ihrer Gruppe. Auch am nächsten Tag hatten wir den ganzen Tag das Haus für uns. Alles ist so selbstverständlich, easy-going und sympathisch.
Das ist das 4. Mal in Folge das uns eine nahezu fremde Familie ihr Haus nach nur einer Begegnung misstrauenslos voll allein überlässt. Wir sind überwältigt.
Wir wünschen euch eine erfolgreiche und entspannte Woche,
Liebe Grüße
Eure Janine & Tobi
PS:
Eines morgens wachte ich im Bett unseres Vans plötzlich auf, als mich 2 bekannte Hände unsanft versuchten an die entgegengesetzte Seite des Bettes zu schieben. Als das nichts half, wurde zu Verstärkung ganzer Körpereinsatz geleistet UND zum krönenden Abschluss wurde dann der schmerzende Todesstoß in verbaler Form genutzt à la: „Schieb den Wal“ (zurück ins Meer) , der den Zweck dann erfüllte.
Dabei heißt es ja immer, Männer seien so unromantisch am Morgen.
Worum es geht? Das frage ich mich auch immer jeden Morgen aufs neue. Ich kann aber auch gar nicht verstehen, wie es 2 Menschen über Nacht immer an die äußerste Seite des Bettes verschlägt. Dass das zum Leidwesen eines einzigen Menschen beiträgt, macht mich untröstlich. Besonders wenn es wie sonst, ein gewisser Luftraum erlaubt, einen minimalen Freiraum zu genießen. Da wir aber hart an der Realität angekommen sind, ist dort wo Luftraum ist, eine harte, feuchte und kalte Fensterscheibe, die aber auch so gar nicht nachgeben will. Und so weigert sich Janine dann doch so ab und an massiv gegen gepresste und nasse Wangen am Morgen. Aus juristischem Blickwinkel bin ich jedoch zu allen angeklagten Punkten für unschuldig zu erklären, mein Unterbewusstsein, mein teuflischer nachtaktiver Geist ist es, der hier auf die Strafbank gehört.
Wer hätte jetzt noch gedacht, das ich mit eben diesem recht leicht verständlichem Argument nur noch auf mehr Druck auf meine Brust stoße und eine Kissenfront zur Barrikade in der Mitte stets mit wachsamen Auge kontrolliert wird?
Und da sagt nochmal jemand, Frauen seien sooo verständnisvoll.



































